Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien x Österreichisches Filmmuseum

Vienna Queerstories

Durch die Auseinandersetzung mit ephemeren audiovisuellen Spuren der LGBTQI+ Community in Österreich inspiriert, beschäftigen sich Studierende der Universität für Angewandte Kunst Wien mit filmischen Umsetzungen zu „Queerness“. Queere Geschichte als Geschichte einer Subkultur weist Lücken auf. Darstellungen queerer Lebensformen wurde gemäß staatlicher Verbotsgesetzte bis in die 90er Jahre in Film und TV mehrheitlich ignoriert. 1971 schaffte Österreich das Totalverbot von Homosexualität ab, ersetzte dieses jedoch durch vier neue Strafparagraphen, u.a. den Paragraphen zum Werbe- und Vereinsverbot bis 1996. Deshalb sind historische Filme, die zum Zweck der Selbstdokumentation und in einem nicht-kommerziellen Rahmen entstanden sind von besonderer Bedeutung. Es handelt sich um Bewegungsfilme, Kampagnenvideos, Coming-Out-Filme, Klubfilme, uvm., die unter dem Arbeitstitel „Sammlung Regenbogenfilme“ im Österreichischen Filmmuseum von Katharina Müller zusammengetragen wurden und werden: Diese delikaten Filme und Videos können als Ressource für emanzipatorische Utopien von Subjektivität, Sozialität und Kollektivität begriffen werden und bilden das Ausgangsmaterial für die Kooperation der Abteilung für Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien mit dem Österreichischen Filmmuseum unter dem Titel „Vienna Queerstories“.

Trotz immer noch spürbarer homophober Tendenzen scheinen queere Lebensformen gegenwärtig vermehrt von einer breiteren Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden, nicht zuletzt durch Darstellungen in Film und TV. Für angewandte Fotografin:nen als Bildproduzentin:nen öffentlich zugänglicher Bilder stellt sich daher auch in ihrem Arbeitsalltag die Frage wie Körperlichkeit, sexuelle Identität, uvm. jenseits von Klischeevorstellungen dargestellt werden können. In freien filmischen Miniaturen erforschen sie Möglichkeiten.

Teilnehmer:innen: Muhassad Al-Ani, Magdalena Chan, Aaron Gaab, Roozbeh Gholami, Benjamin Laabmayr, Olesya Parfenuk, Jessica Roes Meilland, Lukas Thüringer, Moritz Franz Zangl.

In der Reihe Künstlerische Forschung als Programm

Screening: 08.10.2022, 14h, Österreichisches Filmmuseum

 

Eine Kooperation der Abteilung Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien, Universität für Angewandte Kunst Wien und dem Österreichischen Filmmuseum.

Für das Projekt verantwortlich: Caroline Heider, Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien, und Katharina Müller unter Mitarbeit von Anna Högner, beide Österreichisches Filmmuseum

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